Steirische Innovationen auf dem Laufsteg
Unter diesem Motto stand heuer der Fast Forward Award 2008, der offizielle Wirtschaftspreis des Landes Steiermark. Über die Trophäe dürfen sich dieses Mal die Siemens Transportation Systems GmbH & Co KG, die Angewandte Biokatalyse Kompetenzzentrum GmbH, die G.tec Guger Technologies OEG und das Kleinstunternehmen Kielsteg Bauelemente freuen. Der Journalistenpreis "Innostar" ging an die Eco Technologies GmbH.
Leicht hatte es die hochkarätige Fachjury bei der Schlussveranstaltung des Fast Forward Award 2008 nicht. Aus insgesamt 20 Final-Projekten von der anwenderfreundlichen Schneekette bis hin zur Biodieselproduktion aus Algen musste sie die Sieger in den vier Kategorien wählen. „Der Preis hat auch bei seiner 12. Auflage nichts an Attraktivität eingebüßt. Insgesamt wurden dieses Jahr 128 Projekte zu diesem größten Technologiepreis Österreichs eingereicht,“, so Burghard Kaltenbeck, Geschäftsführer der Steirischen Wirtschaftsförderung SFG. Wie bereits in den letzten Jahren wurde der Wirtschaftspreis auch 2008 für technologische Innovationen ohne Branchen- oder Themen-Einschränkung vergeben. „Der Preis steht jedes Jahr allen steirischen Unternehmen des gewerblichen, produzierenden und des Dienstleistungssektors in vier Kategorien nach Unternehmensgröße offen“, so Kaltenbeck.
Wirtschafts- und Innovationslandesrat Dr. Christian Buchmann gratulierte den mit dem Fast Forward Award ausgezeichneten steirischen Unternehmen herzlich: „Der Fast Forward Award ist der Wirtschaftspreis des Landes, der nach klar definierten Kriterien verliehen wird. Die ausgezeichneten Unternehmen leben erfolgreich das Motto der Wirtschaftsstrategie: Innovation serienmäßig. Sie beweisen täglich, warum die Steiermark mit einer regionalen Forschungs- und Entwicklungsquote von 3,9% der führende Innovationsstandort Österreichs ist.“
Um die Zuglänge voraus
Die Siemens Transportation Systems GmbH & Co KG gehört zu den weltweit führenden Anbietern von Schienenfahrzeugen. Das Unternehmen entwickelt und fertigt Komponenten und komplette Fahrzeuge für den Nah- und Fernverkehr. Das Siegerprojekt „Syntegra“ ist ein völlig neuer getriebeloser Antrieb für Schienenfahrzeuge, durch den sich Energie und Lärm einsparen lassen.
Wirkstoffe aus der Schweineleber
Im Bereich „Mittlere Unternehmen“ holt sich das Kompetenzzentrum für angewandte Biokatalyse mit Sitz in Graz den Peis. Das Forschungszentrum mit 63 Mitarbeitern beschäftigt sich mit der Herstellung von pharmazeutischen Wirkstoffen. Mit dem Siegerprojekt hat man ein sehr aktives und hochwirksames Enzym entdeckt, das bisher nur in der Schweineleber vorkam. Dieses Enzym ermöglicht die Herstellung des gewünschten Wirkstoffes ohne die gefährlichen Nebenprodukte und wird jetzt schon bei der Herstellung von einem neuartigen Medikament gegen Bluthochdruck angewendet.
Gedanken sichtbar machen
Der Sieger in der Kategorie „Kleinunternehmen“ heißt G.tec. Es sitzt in Graz und beschäftigt 17 Mitarbeiter. Das Unternehmen erfasst und verarbeitet Biosignale mit einer bestimmten Software. Mit dem Projekt „Brain-Computer Interface” entwickelte das Unternehmen ein Gehirn-Computer-Interface, um über Gedanken Geräte zu steuern. Es werden dabei an der Kopfoberfläche Aktivitäten gemessen und diese werden vom System in Befehle umgewandelt, um externe Geräte zu steuern. Die wichtigsten Anwendungsbereiche sind das Schreiben, das Steuern von virtuellen Welten und die Rollstuhlsteuerung.
Neue Bauelemente
In der Kategorie „Kleinstunternehmen“ geht der Wirtschaftspreis an Kielsteg Bauelemente aus Graz. Die zwei Mitarbeiter haben ein spezielles Leichtbauelement aus Holz entwickelt. Anwendung findet das Element als Leichtdach bei Gewerbe- und Industriebauten. Eine Baukostenersparnis, kurze Bauzeiten und eine optisch ansprechende Oberfläche sind die wesentlichen Vorteile für den Kunden.
Kampf dem Feinstaub
Der dieses Jahr von einer Journalistenjury zum zweiten Mal vergebene „Innostar“ geht an das südsteirische Unternehmen Eco Technologies GmbH. Mit dem Projekt „Ice Fighter“ wird dem lästigen Split und dem Streusalz der Kampf angesagt. Das Geheimnis hinter dem Ice-Fighter ist eine neuartige Sprühtechnik, die herkömmlicheStreuung überflüssig macht. Statt dem üblichen Trockensalz oder dem Splitt wird ein Mix aus Wasser und Salz aufgesprüht. So werden durch diesen Einsatz bis zu 75 Prozent der teuren Streumittel eingespart.












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