Brickcomplete: Spielend leicht zur Branchengröße
Ein Sortiment von über 60 Marken, darunter LEGO ®, Playmobil und Cobi, ein starkes Netz aus internationalen Online-Marktplätzen und mehreren stationären Fachgeschäften in Graz und der Steiermark. So ließe sich die Brickcomplete GmbH mit Sitz in St. Margarethen an der Raab beschreiben, die 2020 als Nachfolge der Brickcomplete e.U. gegründet wurde, im Alleineigenturm von Martin Buritsch steht und aktuell 32 MitarbeiterInnen beschäftigt. Die SFG beteiligt sich im Rahmen der Finanzierungsaktion „Beteiligungsoffensive KMU“ durch nachrangiges wirtschaftliches Eigenkapital (Stille Beteiligung) in Höhe von 250.000 Euro an dem Unternehmen. „Wir sind Omni-Channel-Händler für Spielwaren, der versucht möglichst vielen Menschen unsere Waren verfügbar zu machen“, antwortet Buritsch auf die Frage, wie er selbst Brickcomplete beschreiben würde. Ein Merkmal des Unternehmens ist ein stark individualisiertes ERP-System (hier werden alle Kernprozesse zentral gesteuert; dadurch können internationale Märkte effizient bedient und kurze Lieferzeiten bei hoher Warenverfügbarkeit jederzeit sichergestellt werden), über das sämtliche Kernprozesse zentral gesteuert werden: „Durch die vielen Vertriebs- und Absatzwege ist eine zentrale Lagerführung und Fakturierung unerlässlich, nur so können wir Überverkäufe vermeiden, und eine effiziente und steuerrechtskonforme Abrechnung durchführen. Prozesse deren Automatisierung möglich ist, wurden automatisiert“, so Buritsch über die Vorteile bei dieser Herangehensweise, alle Betriebsabläufe im eigenen Haus durchführen zu können.
Regionale Wertschöpfung ist ein elementarer Faktor von Brickcomplete. Buritsch: „Wir exportieren in praktisch alle – möglichen – Länder der Welt, und alle Produkte werden aus einer unserer Standorte verschickt. Wir versuchen die Beschaffungswege kurz zu halten. Wir verzichten bewusst auf Fullfillment im Ausland obwohl es steuerlich kostengünstiger wäre. Auch durch ein immer größeres Filialnetz möchten wir unseren Kunden weite Wege ersparen.“
Sicher vor der „Schlangengrube“
Warum ist es dem Unternehmen wichtig, in Zeiten von wachsendem Online-Handel stark auf stationären Handel zu setzen? Buritsch sagt deutlich: „Der Onlinehandel ist eine unberechenbare Schlangengrube. Politische Entscheidungen auf der Weltbühne können binnen weniger Tagen zum Wegbrechen ganzer Märkte führen. Milliardeninvestitionen von Großkonzernen in Werbung und Logistik führen zu negativen Margen. Der stationäre Handel bietet hier ein stabiles Gegengewicht. Gerade in der Spielware möchte ‚das Kind‘ das Einkaufserlebnis haben, und es sofort mitnehmen. Der Einkauf im Geschäft bietet einfach den größeren Wow-Effekt und man entdeckt neues, und nicht das, was einem der Algorithmus vorschlägt.“ Die klare Nummer 1 bei Brickcomplete, das sich als „Glocal Player“ (internationale Reichweite und lokale Verankerung werden verbunden) versteht, ist aktuell LEGO, gefolgt von Playmobil. „Wir sind mittlerweile bei vielen wichtigen Marken der größte Händler Österreichs.“
Völlig neues Geschäftskonzept
"Beim Redn kumman d’Leit zom' und Wachstum erfordert Kapital, viel Kapital."CEO Martin Buritsch
Mit dem Projekt „Paff“ am Grazer Jakominiplatz wurde ein weiteres Geschäft angemietet. „Paff ist etwas völlig neues, da es das erste Spielzeuggeschäft ist, das ausschließlich Spielzeug anbietet das Kreativität, Phantasie und Kunst fördert. Das Interesse in der Zielgruppe ist groß, auch der Standort unweit der Filiale in der Gleisdorfergasse hat sich bewährt. Aktuell setzen wir die Expansion fort, im LCS Leoben wird gerade eingerichtet, auch die Übernahme eines Spielzeuggeschäfts im Fischapark Wr. Neustadt steht in den Startlöchern – unsere erste Filiale außerhalb der Steiermark. Am Flughafen Graz wollen wir neue Wege gehen, und einen Automatenshop in den nächsten Monaten eröffnen.“
Die Finanzierungsaktion „Beteiligungsoffensive KMU“ durch die SFG sieht Buritsch in vielerlei Hinsicht sehr bedeutsam für sein Unternehmen, vor allen die offene Kommunikation sei im Vorfeld sehr hilfreich gewesen. „Beim Redn kumman d’Leit zom‘ und Wachstum erfordert Kapital, viel Kapital. Vom Erstgespräch weg wurde an Lösungen und Möglichkeiten gearbeitet uns hier sinnvoll auf unserem Weg zu unterstützen. Dank der Förderung ist es uns jetzt möglich, die Lagerkapazitäten zu verdoppeln und so, ganz einfach gesagt, in alle Richtungen weiter zu wachsen. Ohne die Förderung wäre ein weiteres Wachstum in den nächsten zwei Jahren meiner Meinung nach nicht möglich gewesen, es wäre zu keiner weiteren Skalierung gekommen und durch die steigenden Kosten würden die Margen weiter sinken. Dem können wir jetzt durch die Förderung hervorragend entgegensteuern.“