sanSirro: 1 Million Schutzmasken und das EKG aus der Waschmaschine

Textilien messen sportmedizinische Leistung und stoppen die Übertragung von Viren: Das Kleinunternehmen SanSirro entwickelt sich kontinuierlich und nützte Corona für einen Wachstumsquantensprung.
Health-Tech
Gründung: 2013
Standort: Lebring
MitarbeiterInnen: 20 VZÄ

Sport- und Freizeitbekleidung, europäisch maßangefertigt, personalisiert und extrem belastbar: Mit diesem Geschäftsmodell gründete Hannes Steiner 2013 sanSirro im südsteirischen Lebring. Die Rechnung ging auf. Profis, Amateure, Einzel- und Teamkämpfer aus den Sportarten Fußball, Tennis, Leichtathletik bzw. aus aller Welt kaufen die individuell gefertigten Outfits. In der Fußballsaison 20/21 erwarb sanSirro als erstes und einziges Unternehmen ein Ausrüstermandat in der Bundesliga: Man zeichnet für die Trikots des Wolfsberger AC verantwortlich und ist offizieller Produzent für BWT Sportswear, die den LASK Linz ausstattet. „Der Kunde erhält sein Outfit komplett fertig inkl. Sponsorenlogos. Re-Design und Nachbestellung sind dauerhaft möglich, weil es bei uns keine auslaufenden Kollektionen gibt. Die Ware wird wenige Kilometer entfernt in Slowenien gefertigt, die Lieferwege sind sehr kurz“, fasst Marketingverantwortliche Susanne Stessl zusammen.

Kleidung misst Leistung

Für das Team von sanSirro kein Grund, sich auszuruhen. Rasant entwickelte sich das zweite Geschäftsfeld „QUS“. Der Name steht für Smart Wear zur exakten Körperdatenerfassung. QUS verhält und trägt sich wie Sportkleidung – bequem, pflegeleicht und ganz einfach in der Waschmaschine zu reinigen –, misst Vitaldaten aber mit derselben Verlässlichkeit wie ein sportmedizinisches Gerät: Puls, Atemfrequenz, Herzratenvariabilität (in der Exaktheit eines Elektrokardiogramms) sowie Kalorienverbrauch. Zusätzlich erfassen das Textil und OnBoard-Unit Geodaten wie Position, Wegstrecke und Schritte. Im All-in-One-Datensystem kann der Sportler auch Ergebnisse anderer Geräte integrieren und kann seinen Trainingsfortschritt exakt ablesen. Darüber hinaus gibt QUS Auskunft über langzeitige Biodaten (Stresslevel, Schlafmonitoring etc.) und empfiehlt Maßnahmen zur Verbesserung des Gesundheitszustandes. sanSirro hat die Textil-Sensorik mit der Vorarlberger Grabher Group entwickelt. Der Standort Lebring wurde gerade ausgebaut, ab April wird dort regional produziert. Somit wird die QUS-Wertschöpfung im Lauf des Jahres 2021 zu 100 Prozent österreichisch.

Virusfrei Umsatz mal 3

Das Pandemiejahr 2020 nützte sanSirro als Chance und eröffnete eine neue Geschäftssparte. Virus free steht für antimikrobielles Textil, das Viren, Bakterien und Pilze mithilfe der HeiQ-Viroblock-Technologie massiv verringert. „Die Anwendungsgebiete reichen vom Mund-Nasen-Schutz über Türklinken, Handläufe und Einkaufswägen bis hin zu Lichtschaltern und Handschuhen. Kunden verwenden sie überall dort, wo hochfrequente Begegnung stattfindet: an Arbeitsplätzen in Unternehmen, in Räumen der Gastronomie, in Schulen und Kindergärten“, verdeutlicht Geschäftsführer Hannes Steiner. Bislang hat sanSirro rund 1 Million MNS gefertigt. 2020 stieg der Unternehmensumsatz um das Dreifache von 1,2 auf 4 Millionen Euro. sanSirro war einer von 338 Teilnehmern der SFG-Life-Science-Netzwerkveranstaltung HTH 2020.

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