Eologix-Ping: Mehr Energie in Windeseile

Das Grazer Unternehmen Eologix produziert Sensorsysteme zur Oberflächenmessung von Windrädern (Eiserkennung, Temperaturmessung etc.) weltweit. Der kürzliche Zusammenschluss mit der australischen Services Pty Ltd. bündelt Kräfte und erhöht die Effizienz.
Export F&E GründerInnen und Startups
Gründung: 2014
Beschäftigte: 25
Standort: Graz
Website: www.eologix.com
Förderungsaktion: Start!Klar

Bei einem Konferenzbesuch im Jahr 2011 bekommt Mitgründer Michael Moser erstmals zu sehen, wie Eis auf Windrädern gemessen wird. Nämlich meist mit Messtechniken, die auf dem Maschinenhaus – der sogenannten Gondel – des Windrades befestigt werden. Dadurch, dass die Installation nie höher als bis zur Gondel kommt, kann die Vereisung nicht so genau bestimmt werden. Die Windkraftwerke werden öfter aufgrund von Vereisung außerstand gesetzt, obwohl sie ohne Problem laufen könnten. „Das ist schade, weil gerade im Winter guter Wind weht“, so Co-Gründer Thomas Schlegl. Nach langem Tüfteln kommt er gemeinsam mit Michael Moser auf die Idee, Eiserkennung elektrisch zu messen und Eologix wird gegründet. Der Name leitet sich von Aeolos – dem griechischen Gott des Windes – und von „loggen“ ab, was so viel wie messen bedeutet. Ein Zusammenspiel aus Natur und Wissenschaft. Dafür steht Eologix.

Kleine Sensoren, maximale Wirkung

Eologix bekämpft das Problem an der Wurzel. Bis zu zwölf Sensoren werden direkt am Rotorblatt montiert und können dadurch exakte Messergebnisse liefern. Vorerst wurden vier Systeme entwickelt, wobei je nach Bedarf eines oder mehrere am Kraftwerk installiert werden. Diese garantieren optimale Performance der Windräder, um noch mehr Energie zu erzeugen.

Das erste System ist eologix:safe. Es stoppt das Windkraftwerk, wenn Eisansatz vorhanden ist. Eologix:restart sorgt für einen automatischen Wiederanlauf, sobald Eisfreiheit besteht. Eologix:heat passt die Rotorblattheizung optimal an die Bedingungen des Standorts an und heizt präventiv. Die neueste Entwicklung eologix:align misst kontinuierlich den Pitchwinkel, also ob die Rotorblätter im richtigen Winkel zueinanderstehen. „Unsere Sensoren können auch im Nachhinein bei jedem Windrad nachgerüstet werden, das ist ein großer Vorteil“, erklärt Schlegl.

„Unsere Vision ist ein Sensor auf jeder Windenergieanlage. Daran arbeiten wir tagtäglich.“
Thomas Schlegl, CEO

Die Gründer sind sich einig: Graz eignet sich als perfekter Standort. Die Nähe zur TU – und somit zu gut qualifizierten Menschen mit ähnlichen Visionen – bringt in dieser Branche einen Vorteil. Künftig können laut Geschäftsführer weitere MitarbeiterInnen aufgenommen werden. „Hier ist man richtig, wenn man einen Job mit Purpose sucht. Jede/Jeder wird gehört und bekommt die Möglichkeit, mitzugestalten. Alle Beschäftigten tragen dazu bei, die Energiewende voranzutreiben.“

Die Reise ist für Moser und Schlegl noch lange nicht vorbei. Gemeinsam tüfteln sie an weiteren Sensoren. Auch internationale Expansion ist ein Ziel, um mit frischem Kapital schneller zu wachsen. Nicht nur in Österreich, sondern auch in Frankreich und Belgien sind bereits Systeme von Eologix erfolgreich installiert. Auch in Japan und den USA wurden erste Windkraftwerke im Zuge von Projekten mit Eologix ausgestattet. Dort setzen sie weiter an. „Unsere Vision ist ein Sensor auf jeder Windenergieanlage. Daran arbeiten wir tagtäglich.“

Kürzlich bündelten die Grazer ihre Stärken mit der australischen Ping Services Pty Ltd., um gemeinsam zum führenden Anbieter für die Rotorblattüberwachung von Windenergieanlagen zu werden. Die kombinierte Technologie aus dem eologix Sensorsystem, das direkt auf der Rotorblattoberfläche misst, und dem akustischen Überwachungssystem von Ping wird u.a. Reparaturkosten senken, die jährliche Energieproduktion steigern, und den sicheren Betrieb von Windenergieanlagen gewährleisten.

Thomas Schlegl: „Durch die Kombination unserer Stärken wird das gemeinsame System das einzige auf dem Markt sein, dass den Kunden ein umfassendes Echtzeitbild des Rotorblattzustands bietet. Dies erlaubt Betreibern, Probleme frühzeitig zu erkennen, zu reagieren und somit unnötige Stillstandszeiten und hohe Reparaturkosten zu vermeiden.“

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