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22. Dezember 2025

Hylley: Wasserstoffmotoren auf dem Weg in die Praxis

Das COMET-Projekt Hylley treibt die Entwicklung von Wasserstoffmotoren für schwere Nutzfahrzeuge und Baumaschinen voran. Ziel ist es, technische Hürden zu überwinden und den klimaneutralen Antrieb in die industrielle Praxis zu bringen.

Das Potenzial von Wasserstoffmotoren

Wasserstoffmotoren bieten eine vielversprechende Möglichkeit, den Schwerverkehr und den Einsatz von Baumaschinen klimaneutral zu gestalten. Gerade in diesen Anwendungsfeldern sind robuste, leistungsfähige und wirtschaftliche Antriebslösungen gefragt. Wasserstoffbetriebene Verbrennungsmotoren erfüllen diese Anforderungen und punkten zusätzlich mit einem entscheidenden Vorteil: Ihr technischer Aufbau ähnelt stark jenem konventioneller Motoren. Bestehendes Know-how, Produktionsprozesse sowie Wartungs- und Servicenetze können dadurch weiterhin genutzt werden – ein wichtiger Schritt, um innovative Antriebstechnologien rasch in die industrielle Anwendung zu bringen.

Forschung gegen unkontrollierte Verbrennung

Eine zentrale Herausforderung bei Wasserstoffmotoren liegt in den physikalischen Eigenschaften des Brennstoffs. Wasserstoff entzündet sich sehr leicht und kann im Motor zu unerwünschten Verbrennungsanomalien wie Klopfen oder Vorentflammungen führen. Diese treten vor allem bei hoher Last auf und können die Lebensdauer des Motors erheblich verkürzen. Im Projekt Hylley arbeiten mehrere Dissertanten daran, diese Effekte systematisch zu messen, zu analysieren und durch gezielte Anpassungen am Motor zu reduzieren. Zum Einsatz kommen dabei sowohl Motorprüfstände als auch rechnergestützte 3D-Strömungssimulationen. Ein besonderer Fokus liegt auf dem dynamischen Ansprechverhalten – ein entscheidender Faktor für den zuverlässigen Einsatz von Baumaschinen.

Materialien, Lebensdauer und Speicherung im Fokus

Neben der Verbrennung stellt auch der Werkstoff Wasserstoff selbst hohe Anforderungen. Als sehr kleines Molekül kann er in Materialien eindringen und diese langfristig schädigen, was sich auf Wartungsintervalle und Lebensdauer auswirkt. Im Projekt Hylley werden daher insbesondere stark beanspruchte Komponenten wie Zündkerzen intensiv untersucht. Ziel ist es, Materialien, Bauformen und Zündsysteme so weiterzuentwickeln, dass Standzeiten erreicht werden, die mit konventionellen Motoren vergleichbar sind. Parallel dazu forscht Hylley an unterschiedlichen Speicher- und Betankungskonzepten – von Hochdruck- über Flüssigspeicherung bis hin zu gebundenem Wasserstoff. Schnelle und praktikable Betankungslösungen gelten dabei als Schlüssel für eine hohe Einsatzbereitschaft im Arbeitsalltag.

COMET

Sternstunden der Forschung