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7. Juli 2026

FiLAFiL! + Lukas Kapeller

Bei wunderbarstem Sommerwetter wurde das Schloss Hollenegg erneut zur perfekten Kulisse für einen Austausch, der die Schnittstelle zwischen Kreativwirtschaft und klassischer Wirtschaft beleuchtet und graue Theorie mittels spannender Praxisbeispiele greifbar machte.

„Erst nachher war mir bewusst, wie richtig diese Entscheidung war.“

Teresa Urbano arbeitet gern mit Menschen aus der Gastronomie. Mit ihrem Wiener Atelier FiLAFiL! entwickelte sie für Lukas Kapeller und sein Hotel- und Restaurantprojekt eine maßgeschneiderte textile Linie – von Vorhängen über Bettwäsche und Tischwäsche bis hin zu Servietten und Handtüchern. „Oft stecken diese Menschen tiefer im kreativen Prozess, als ihnen selbst bewusst ist“, sagte sie.

Die Gastronomie ist eine Branche voller Sinnlichkeit, voller Gespür für alles, was andere Menschen anspricht. „Architektur und Licht geben viel vor. Meine Aufgabe ist es dann, diesen Ball aufzugreifen und die Identität des Unternehmens herauszuarbeiten“, sagt die Designerin. Ihr Talk-Partner Lukas Kapeller betreibt in Steyr ein Restaurant und Boutiquehotel in einem Dachgeschoß. Teresa Urbano musste mit ihrem Design Architektur, Atmosphäre und Kulinarik unter einen Hut bringen. Der Gastronom wollte ursprünglich einfach, dass sein Ort der Gastlichkeit voller Schönheit ist: „Ich mag einfach schöne Sachen“, betonte er mehrfach während des Talks. Aber Design geht eben über Schönheit hinaus. Es muss eine Sprache sprechen, das Unternehmen in seinem Charakter zur Geltung bringen. Und: Es muss funktional sein. Bei Lukas Kapellers Hotelbetrieb war die Bettwäsche ein wunderbares Beispiel. Hotelbettwäsche wird meistens automatisch mit „weiß und perfekt gebügelt“ assoziiert.

Dass dahinter ein industrieller Waschvorgang, optimiert auf große Häuser, steckt, wird oft vergessen. Kapellers Betrieb umfasst nur fünf Zimmer, die persönlich betreut werden. Teresa Urbano verabschiedete sich daher von der weißen Bügelwäsche und gestaltete eine textile Lösung mit farbigem, bewusst zerknittertem Stoff, der Wärme und Heimeligkeit ausstrahlt und zugleich pflegeleicht ist. Immer wieder erwähnen Gäste beiläufig, wie gut ihnen die Ausstattung gefällt – gerade weil sie etwas „anders“ ist.