Digitale Hilfe gegen chronische Schmerzen: COMET-Projekt N!CA entwickelt Prototyp
Digitale Unterstützung für komplexe Entscheidungen
Wie stark sind die Schmerzen? Um welche Art von Schmerz handelt es sich? Gibt es Warnzeichen? Bei der Abklärung chronischer Schmerzen müssen zahlreiche Informationen berücksichtigt und richtig eingeordnet werden. Ein digitales Unterstützungssystem soll diesen Prozess künftig erleichtern.
Entwickelt wurde ein erster semi-funktionaler Prototyp im Teilprojekt 3 von N!CA – Digitalisation of Innovative Care Processes to Unburden and Empower Nurses. Das Projekt ist Teil des österreichischen Forschungsprogramms COMET – Competence Centers for Excellent Technologies. Ziel ist es, Gesundheitspersonal bei der strukturierten Schmerzabklärung und der klinischen Entscheidungsfindung zu unterstützen.
Dafür arbeiteten Fachleute aus Pflege und Pflegewissenschaft, Medizin, Ergotherapie, Gesundheitsinformatik und Technik eng zusammen. In mehreren Workshops entstand zunächst das fachliche Konzept, die technische Umsetzung erfolgte anschließend im Rahmen von zwei Masterprojekten. Der Prototyp zeigt, wie relevante Patientendaten gebündelt, strukturiert aufbereitet und für weitere Entscheidungen nutzbar gemacht werden können.
Herzstück ist eine digitale Entscheidungslogik: Ein zuvor analog entwickelter Entscheidungsbaum wurde in das System übertragen. Er soll dabei unterstützen, jene Struktur zu identifizieren, die für die Schmerzen ausschlaggebend sein könnte. Diese Einschätzung bildet eine wichtige Grundlage für die weitere Therapieplanung. Getestet wurde die Logik unter anderem anhand von Fällen wie Migräne und Kniearthrose. Auch erste Tests zur Benutzerfreundlichkeit haben bereits stattgefunden.
COMET bringt Forschung, Gesundheitswesen und Technologie zusammen
Der entwickelte Prototyp ist noch keine fertige Anwendung für den klinischen Einsatz. Er liefert aber eine wichtige Grundlage für künftige digitale Lösungen im Schmerzmanagement. Das Projekt zeigt, wie entscheidungsrelevante Informationen übersichtlich erfasst und Fachkräfte bei komplexen Abläufen unterstützt werden können.
Gleichzeitig steht N!CA beispielhaft für den Ansatz des COMET-Programms: Unternehmen und Forschungseinrichtungen arbeiten gemeinsam an technologischen Lösungen mit konkretem Anwendungspotenzial. Das COMET-Projekt N!CA läuft von März 2024 bis Februar 2028 und vereint Partner aus Forschung, Gesundheitswesen und Wirtschaft. Auch Studierende profitieren davon: In den beteiligten Masterprojekten konnten sie praktische Erfahrungen an der Schnittstelle von Gesundheitswesen und digitaler Technologie sammeln.
Das Projekt N!CA wird im Rahmen von COMET durch BMIMI, BMWET, das Land Steiermark und die SFG gefördert. Das Programm wird von der FFG abgewickelt.