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Portrait Barbara Nußmüller
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7. Juli 2026

Sureja Redzic + Vitra

Bei wunderbarstem Sommerwetter wurde das Schloss Hollenegg erneut zur perfekten Kulisse für einen Austausch, der die Schnittstelle zwischen Kreativwirtschaft und klassischer Wirtschaft beleuchtet und graue Theorie mittels spannender Praxisbeispiele greifbar machte.

„Wir wollen nicht einfach Räume aufmöbeln.“

Eine ganze Schule zieht temporär um – in ein ehemaliges Industriegelände. Auf einmal stellen sich Fragen: Wie gelingt es, aus einer so tiefgreifenden Veränderung eine funktionierende Lern- und Arbeitsumgebung zu entwickeln, die den Anforderungen einer heutigen Schule gerecht wird?

Eine Schule war gefragt, die mit neuen Unterrichtsformen, offenen Arbeitsbereichen, Begegnungszonen und flexiblen Nutzungsszenarien umgehen kann. Ein Ort, wo Menschen sich wohl fühlen. Diese Aufgabe klingt überwältigend und stand für die Schule für Gestaltung Bern und Biel zur Diskussion. Es lag nahe, sich Expertinnen und Experten aus dem Designbereich ins Boot zu holen. Im Talk erzählten Sureja Redzic, Interior Architect Consulting & Planning Studio, und Michaela Freisinger, Market Manager Home & Office, wie mit Designkompetenz, Know-how und zirkulärem Denken neue Räume entstehen können. Bei solchen Projekten geht es zuerst darum, Kunde oder Kundin gut kennenzulernen. Und das geschah in diesem konkreten Fall auf ungewöhnliche Weise: Die Schule trat an das Designbüro bereits mit einem ausformulierten Wunsch heran. Bis sich herausstellte, dass nicht einmal Möblierung gefragt war, sondern ein Gesamtkonzept. In Analysen und Gesprächen wurde herausgearbeitet, worauf es ankommt. Sureja Redzic nennt das den Plan „Five steps to happiness” – von Sensibilisierung über Analyse und konkrete Pläne bis zur Umsetzung. Ganz wichtig dabei: Die Schule diente nur als anschauliches Beispiel. Designkompetenz kommt überall dort zum Einsatz, wo Räume neu gedacht werden müssen, wo sich Arbeitsumgebungen ändern und Unternehmen sich komplett neu aufstellen. Dass Design in diesem Prozess von Anfang an an Bord sein muss, ist für Sureja Redzic selbstverständlich. „Wir sehen Projekte ganzheitlich und wollen nicht einfach Räume aufmöbeln“, betont sie. Doch mit dem Abschluss eines Projekts endet diese Begleitung nicht. Veränderung ist Teil des Designprozesses. „Wir sind völlig neue Wege gegangen“, sagte Sureja Redzic, „und die Flexibilität müssen wir uns erhalten. Sie ist der Rahmen, in dem Gestaltung passiert.“