EIC-Förderung in Millionenhöhe für steirisches Spin-off Ecolyte
Der Europäische Innovationsrat (EIC) hat die Ergebnisse der „EIC Transition“-Ausschreibung für das Jahr 2025 bekannt gegeben. Das Programm zielt darauf ab, die Lücke zwischen wissenschaftlicher Forschung und kommerzieller Markteinführung zu schließen. Die Konkurrenz war dabei enorm: Von insgesamt 611 Einreichungen wurden europaweit lediglich 40 Projekte für eine Förderung ausgewählt, was einer Erfolgsquote von rund 6,5 Prozent entspricht.
4,5 der insgesamt rund 100 Millionen Euro fließen dabei in diesem Durchgang in Projekte mit österreichischer Beteiligung. Dabei konnten zwei heimische Spin-offs sich als Hauptkoordinatoren signifikante Fördersummen für ihre Deep-Tech-Projekte sichern: Ecolyte aus Graz und dawn-bio aus Wien.
Ecolyte: Nachhaltige Batterietechnologie aus Graz
Das Projekt „IONPAP“ des Grazer Spin-offs Ecolyte – einer Ausgründung der TU Graz – erhält rund 2,5 Millionen Euro bei einer Projektlaufzeit von 36 Monaten. Das DeepTech-Startup widmet sich der Entwicklung nachhaltiger Komponenten für stationäre Energiespeicher, konkret für Redox-Flow-Batterien.
Ecolyte arbeitet an zwei miteinander verknüpften Innovationen: Zum einen soll in organischen Redox-Flow-Batterien herkömmliches Vanadium durch den biobasierten, erneuerbaren Stoff Vanillin ersetzt werden. Zum anderen entwickelt das Unternehmen die „IonLeaf“-Membran, eine papierbasierte, ionenleitende Membran. Diese Innovation soll den Einsatz von umstrittenen PFAS-Materialien durch eine vollständig biologisch abbaubare Alternative ersetzen. Nach Angaben des Unternehmens lässt sich diese Alternative in Europa zu bis zu 90 Prozent geringeren Kosten produzieren. Im internationalen EIC-Transition-Ranking, an dem 546 Projekte teilnahmen, erreichte das Projekt den zweiten Platz. Das Vorhaben baut auf einem früheren „EIC Pathfinder“-Projekt auf.
Der Weg vom Labor zum Markt
Mit dem „EIC Transition“-Programm stellt die Europäische Union gezielt Mittel zur Verfügung, mit denen Technologien aus der Forschung in anwendungsnahen Umgebungen demonstriert, Geschäftsmodelle entwickelt und erste Kunden identifiziert werden sollen, um die Unternehmen „investment-ready“ zu machen. Neben der finanziellen Unterstützung erhalten die Spin-offs auch Zugang zu Business Acceleration Services wie Coaching, Mentoring und Partnering-Events, sowie einen potenziellen „Fast-Track“ für künftige EIC-Accelerator-Förderungen.
Der Artikel erschien am 4. März 2026 im brutkasten.