Johannes Scherr Design + Grüne Erde
„Oft ist die einfachste Lösung die komplexeste.“
Echte Kreativität zeigt sich dann, wenn der Möglichkeitsraum eingeschränkt ist. Das ist eindeutig der Fall, wenn man als Möbeldesigner für Grüne Erde arbeitet. Die Marke gibt strenge Gestaltungsregeln vor. Dass es Naturmaterialien sein müssen, ist selbstredend. Allerdings sind auch Kunststoffe und sogar Metallverbindungen tabu. Unter diesen Vorgaben Möbel zu designen – Regal, Bett, Schrank –, klingt fast unmöglich. Aber Johannes Scherr sieht in dieser Beschränkung die Stärke der Produkte. Das Regal „Tonda“, der jüngste Neuzugang im Sortiment von Grüne Erde, ist so konzipiert, dass die Holzsteckverbindungen durch Belastung stabiler werden. Außerdem kann das Regal jederzeit zerlegt und wieder aufgebaut werden. „Bei so einer Qualität traut man sich dann auch, eine lange Garantie zu geben. Oft ist die einfachste Lösung die komplexeste“, fügte Johannes Ebner von Gründe Erde hinzu.
Ein Jahr hat die Entwicklung gedauert. „Ich bin in erster Linie Produktgestalter“, sagt Scherr über sich selbst. Die Aufgabe war, ein schlichtes, eher konservativ anmutendes Regal zu gestalten, das zeitlos und außerdem skalierbar ist. Johannes Ebner von Grüne Erde hatte bei der Entwicklung aber auch die wirtschaftliche Brille auf: „Wir haben gerungen um den Kompromiss zwischen Kosten und Qualität.“ Schon ein Millimeter mehr Material würde sich deutlich zu Buche schlagen. Die Zusammenarbeit mit Grüne Erde gibt es seit 2014. Das Zusammenspiel funktioniert hervorragend und hat mittlerweile eine gesamte Produktreihe hervorgebracht, unter anderem auch ein Bett, das ebenso auf Steckverbindungen aus purem Holz setzt. Johannes Scherr hat bisher über 30 Designpreise bekommen – das Regal „Tonda“ durfte sich über den Adolf Loos Staatspreis Design freuen.