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12. Mai 2026

Cobots: Wenn Roboterkollegen erklären, was sie tun

Cobots sind Roboter, die direkt mit Menschen zusammenarbeiten. Doch wenn sie unerwartet reagieren, entstehen Unsicherheit und Misstrauen. Eine Studie zeigt, wie verständliche Erklärungen die Teamarbeit mit Robotern verbessern.

Cobots sind kollaborative Roboter – also Roboter, die dafür entwickelt wurden, direkt mit Menschen zusammenzuarbeiten. Sie können etwa Bauteile anreichen, Werkstücke halten, monotone Arbeitsschritte übernehmen oder Menschen bei körperlich belastenden Tätigkeiten entlasten. Anders als klassische Industrieroboter arbeiten sie nicht nur abgeschirmt hinter Schutzgittern, sondern Seite an Seite mit Beschäftigten in der Fertigung.

Damit werden Cobots in der Industrie zu wichtigen Helfern. Sie unterstützen Menschen bei präzisen, wiederkehrenden oder körperlich anstrengenden Aufgaben und können Abläufe effizienter und flexibler machen. Doch je selbstständiger Cobots handeln, desto wichtiger wird eine Frage: Verstehen Menschen, warum der Roboter gerade so reagiert?

Genau hier setzt eine Nutzerstudie des COMET-Zentrums Pro²Future an. Im Rahmen einer von der FFG geförderten FemTech-Initiative wurde untersucht, wie Cobots ihre Handlungen in der industriellen Zusammenarbeit besser erklären können. Im Mittelpunkt stand die sogenannte adaptive Erklärbarkeit: Ein Cobot soll nicht immer gleich informieren, sondern seine Erklärung an Situation, Zeitpunkt und Nutzerbedürfnis anpassen.

Cobots arbeiten Seite an Seite mit Menschen

In der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Roboter können schon kleine unerwartete Aktionen Unsicherheit auslösen. Verzögert sich eine Bewegung, wird ein falsches Teil ausgegeben oder ist eine Bewegung nicht eindeutig, fragen sich NutzerInnen schnell: Ist das normal? Muss ich eingreifen? Habe ich etwas falsch gemacht?

Die Studie zeigt: Menschen wünschen sich klare, rechtzeitige und leicht verständliche Informationen. Besonders gefragt sind transparente Statusmeldungen und situationsbezogene Hinweise. Ziel ist, dass NutzerInnen besser einschätzen können, was der Cobot tut, warum er es tut und wie sie selbst darauf reagieren sollen.

Warum Erklärungen Vertrauen schaffen

Für die Untersuchung arbeiteten Teilnehmende in einem vereinfachten industriellen Szenario mit einem Cobot zusammen. Dabei wurden gezielt Situationen eingebaut, die Unsicherheit hervorrufen konnten. Die Reaktionen der Teilnehmenden wurden mit Laut-Denken-Protokollen, strukturierten Interviews sowie physiologischen Messungen wie Pupillenerweiterung und Herzfrequenz erfasst.

Die Ergebnisse machen deutlich: Erklärungen müssen nicht kompliziert sein. Im Gegenteil. Bevorzugt wurden einfache Formate wie Texthinweise oder Lichtsignale. Entscheidend ist, dass die Information im richtigen Moment kommt, zum Kontext passt und ohne technisches Vorwissen verstanden werden kann.

Ein Schritt zu sicherer Teamarbeit in der Fertigung

Die Erkenntnisse liefern eine wichtige Grundlage für zukünftige Cobot-Systeme. Wenn Roboter verständlich kommunizieren, kann das Vertrauen in die Technologie steigen. Gleichzeitig lassen sich Aufgaben effizienter bewältigen, weil Menschen schneller erkennen, was im Arbeitsprozess passiert.

Damit wird Erklärbarkeit zu einem zentralen Baustein für die Industrie der Zukunft. Cobots sollen nicht nur präzise arbeiten, sondern auch nachvollziehbar handeln. So entsteht eine Zusammenarbeit, in der Mensch und Maschine besser aufeinander abgestimmt sind – sicherer, flüssiger und verständlicher.

COMET

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