Fokusthema Batterietechnologie

Wir vernetzen Forschung, Industrie & Startups, fördern nachhaltige Wertschöpfungsketten und schaffen den perfekten Standort für Ihre Batterieprojekte.

Batterietechnologie Made in Styria: Schlüssel für eine nachhaltige Zukunft

Die weltweite Batterienachfrage wird laut IEA bis 2030 auf mehr als das Zehnfache steigen. Treiber sind vor allem Elektromobilität und stationäre Energiespeicher. Parallel dazu sollen bis 2030 über 620 Mrd. € in die Batteriewertschöpfungskette investiert werden.

Die EU fördert den Aufbau eigener Kapazitäten (u. a. IPCEI, BEPA), um technologische Souveränität zu sichern. Gleichzeitig verschärft sich der internationale Wettbewerb um Produktions- und Innovationsstandorte.

Die Steiermark positioniert sich in diesem Umfeld gezielt als Technologiestandort. Rund 70 Unternehmen und Forschungseinrichtungen wurden im Pilotprozess entlang der gesamten Wertschöpfungskette eingebunden.

Der Fokus liegt nicht auf Zellproduktion, sondern auf spezialisierten Segmenten:

  • Maschinen- und Anlagenbau für Zell- und Modulproduktion
  • Battery-Management-Systeme, Elektronik und Software
  • Recycling und Second-Life-Anwendungen
  • Testinfrastruktur

Diese Bereiche werden durch bestehende Kompetenzen in Materialforschung, Automotive und Green Tech gestützt.

Standortentwicklung – Pilotprozess zum Leitthema Battery

Der Pilotprozess startete 2024 mit einem klaren politischen Auftrag. Ziel ist die systematische Vernetzung der relevanten Akteure sowie die Entwicklung gemeinsamer Projekte.

Zentrale Prinzipien:

  • Koordination aller Akteure („Schwarmlogik“)
  • iteratives Vorgehen mit laufender Anpassung
  • Fokus auf konkrete Umsetzungsschritte

Die SFG übernimmt eine Doppelrolle als Prozesssteuerung und Fördergeber. Wirtschaft, Wissenschaft und Politik wirken gemeinsam an Strategie und Umsetzung mit.

Die Organisationsstruktur umfasst:

  • Steuerungsgruppe und SFG (Leitung)
  • Expertengruppe (fachliche Umsetzung)
  • erweitertes Netzwerk („Szene“)

Horizontal werden Aktivitäten abgestimmt, vertikal in langfristige Strategien (bis 2035) eingebettet.

Wirtschaftliche Bedeutung & Marktpotenzial

Globale Marktentwicklung

Die Batterieindustrie ist zentral für Dekarbonisierung und Energiesysteme. Der Markt für Lithium-Ionen-Batterien wächst bis 2030 auf etwa 4.500 GWh.

China dominiert derzeit die Wertschöpfungskette, weist jedoch Überkapazitäten auf: Die Produktionskapazität ist etwa dreikomma neun Mal so hoch wie die Nachfrage, während die Auslastung unter fünfundvierzig Prozent liegt.

Technologische Trends:

  • Lithium-Eisenphosphat-Batterien gewinnen Marktanteile
  • Sodium-Ionen als Alternative für bestimmte Anwendungen
  • Lithium-Metall frühestens ab 2028 relevant
  • Fehlerquoten sinken durch Digitalisierung von „Teile pro Million“ auf „Teile pro Milliarde“
  • Recycling und Second-Life gewinnen stark an Bedeutung

Die EU setzt zusätzlich regulatorische Impulse (z. B. Batteriepass ab 2027).

Strategische Chancenfelder

Stärken der Steiermark:

  • Maschinen- und Anlagenbau
  • Battery-Management-Systeme, Elektronik, Software
  • Materialforschung und Recycling
  • Testinfrastruktur

Herausforderungen

Risiken entstehen insbesondere bei Abwanderung der Zellproduktion:

  • Verlust industrieller Nachfrage
  • geringere Relevanz von Forschung
  • Schwächung der gesamten Wertschöpfungskette

Das Pilotprojekt Batterie

Prozessbeteiligte

Der Prozess umfasst Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Netzwerke. Ziel war neben Analyse auch die Erzeugung konkreter Ergebnisse und Kooperationen.

Interviews und Vorarbeiten

Acht ExpertInnen bestätigen:

  • starke Basis in Chemie, Maschinenbau, Elektronik
  • klare Nischen in Battery-Management-Systemen, Software, Recycling und Produktionstechnologie
  • steigende Bedeutung von stationären Speichern

Zentrale Handlungsfelder:

  • Ausbau von Kooperationen und Netzwerken
  • Qualifizierung von Fachkräften
  • stärkere regulatorische Klarheit

Stärkefeldanalyse

Untersucht wurden 51 Organisationen mit insgesamt rund 3.000 Beschäftigten, durchschnittlich etwa 58 Vollzeitäquivalente pro Organisation.

Ergebnisse:

  • 43% Industrie,  rund 33% Forschung, Rest KMU/Startups/Netzwerke
  • Schwerpunkt Systemintegration (rund 40% der Akteure)
  • 37% im Betrieb (v. a. Datenerfassung, mehr als 80%)
  • rund 25% im Recycling (starker Fokus auf Materialrückgewinnung)
  • keine Zellproduktion, aber 22% in zellnaher Forschung

Anwendungen:

  • 80% Automotive
  • 70% stationäre Energiespeicher
  • je rund 25% Bahn und Luftfahrt

Umsetzung und Ergebnisse

Der Prozess umfasste Workshops, Events und internationale Formate.
Ein F&E-Call mit 3 Mio. € Fördervolumen brachte 21 Projekte hervor, davon 5 gefördert (2,89 Mio. €).

Die Battery Innovation Days 2025 zogen über 600 Teilnehmende vor Ort und über 1.000 online an.

Zentrale Erkenntnisse

Die Steiermark entwickelt kein Zellproduktionszentrum, sondern einen spezialisierten Technologie- und Systemstandort. Schwerpunkte sind Integration, Software, Produktionstechnologie und Recycling. Entscheidend sind Vernetzung, gezielte Förderung und die Sicherung der Wertschöpfung trotz globalem Wettbewerb.

Starke Stimmen für den Standortentwicklungsprozess

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Portrait Horst Bischof
Rektor TU Graz
Horst Bischof
"Der Standortentwicklungsprozess bringt die verschiedenen Akteure der Steiermark zusammen, lässt neue Ideen und Innovationen entstehen woraus sich neue Geschäftsfelder entwickeln. Ziel muss es sein, mit den neuen Innovationen am Standort europäisch sichtbar zu sein."
Prokurist SFG
Gerd Holzschlag
„Der Batterie-Prozess ist für uns mehr als ein Projekt – er ist ein Lernfeld, wie wir Standortentwicklung künftig verstehen: strategisch, vernetzt mit den Leitbetrieben, den Universitäten und Partnerorganisationen und auf Wirkung ausgerichtet.“
Portrait Georg Knill
Geschäftsführer Knill Gruppe
Georg Knill
Der themenbezogene Standortentwicklungsprozess der Steiermark im Bereich Batterie gibt wieder Perspektiven, gibt Chancen, gibt Zukunft. Wir beschäftigen uns schon seit vielen Jahren mit dem Thema Batterie und freuen uns bei diesem Prozesses mitwirken zu können, um gemeinsam steirische Technologien international zu vermarkten.
Portrait Georg List
Vice President AVL List
Georg List
"Der Prozess zur Standortentwicklung kann nur gemeinsam funktionieren. Es braucht die verschiedensten Stakeholder wie Wissenschaft, Industrie und Politik, die zusammenarbeiten. Das können wir auch sehr gut in der Steiermark. Wir müssen auf unseren Stärken aufbauen und uns auf Themen fokussieren, die wir auf der ganzen Welt sichtbar machen können."
Geschäftsführer SFG
Christoph Ludwig
„Die SFG versteht sich als Treiberin der Standortentwicklung. Wir bündeln Kräfte, schaffen strategische Allianzen und sorgen dafür, dass aus einzelnen Initiativen ein gemeinsamer, international sichtbarer Standortvorteil entsteht.“
Portrait Karin Tausz
Geschäftsführerin FFG
Karin Tausz
"Die Steiermark hat sehr viele Kompetenzen insbesondere im Bereich Automotive und damit auch im Bereich Batterietechnologien. Mit dem Standortentwicklungsprozess können wir erkennen, wo das Potenzial liegt, was am Markt gebraucht wird und was die steirischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen einbringen können."
Portrait Michael Liebminger
Michael Liebminger

Projektmanager Standortentwicklung & Standortmanagement

+43 316 7093 333
Portrait Daniel Krautzer
Daniel Krautzer

Projektmanager Standortentwicklung & Standortmanagement

+43 316 7093 306
Portrait Magdalena Stabler
Magdalena Stabler

Projektmanagerin Standortentwicklung & Standortmanagement

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