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11. Mai 2021

Know-Center und TU Graz: Corona-Tracking mit Datenschutz

Die „Corona Heatmap“ von Know-Center und TU Graz zeigt, wo sich positiv Getestete vor der Diagnose aufgehalten haben und lässt so Rückschlüsse auf Ansteckungs-Hotspots zu. Eine neue Verschlüsselungstechnologie sorgt für den notwendigen Datenschutz.
corona-heatmap

Die Corona Heatmap benötigt zwei Datensätze: die Handynummern der Corona-Patienten, die der Gesundheitsbehörde vorliegen, und die Standortdaten, die Mobilfunkanbietern kennen. Das Problem: der Datenschutz. Denn durch eine Anfrage der Gesundheitsbehörde erfährt der Mobilfunkanbieter, welche Personen positiv auf Corona getestet worden sind. Umgekehrt kennt die Gesundheitsbehörde nach Vernetzung die Bewegungsdaten individueller Personen. In diesem Fall würden also Patientendaten geleakt und eine individuelle Überwachung möglich.

Bewegungsprofile

Das Know-Center und das Institut für Angewandte Informationsverarbeitung und Kommunikationstechnologie (IAIK) der Technischen Universität Graz haben gemeinsam eine Lösung gefunden: Die Handynummern von Patienten gehen verschlüsselt an den Mobilfunkanbieter. Dieser berechnet die Bewegungsprofile, ohne die Daten entschlüsseln zu müssen. Bewegungsprofile werden zusammengefasst werden, eine individuelle Überwachung bzw. Rückschlüsse auf einzelne Personen sind nicht möglich.

Kooperation als Schlüssel zum Erfolg

„Das Senden und Speichern verschlüsselter Informationen ist bereits seit Jahren Praxis. Unsere homomorphe Verschlüsselung macht es aber erstmals möglich, die Daten zu verwerten, ohne sie vorher entschlüsseln zu müssen“, erklärt Lukas Helminger vom Projektteam. Die Wissenschafter entwickelten die Technologie ausschließlich mit simulierten Daten. Derzeit laufen Gespräche mit Behörden sowie ein Projekt zu einer alternativen Anwendung gemeinsam mit einem Unternehmenspartner. „Der Schlüssel zum Erfolg liegt im Zusammenführen des Know-hows von TU und Know-Center. Die Innovation entstand sozusagen an der Schnittstelle zwischen Kryptografie und Datenanalyse“, so Helminger. Indem sie Ansteckungs-Hotspots bei gleichzeitiger absoluter Wahrung des Datenschutzes erkennt, kann die Corona Heatmap künftig einen wichtigen Beitrag zu Österreichs Bewältigung von Corona leisten.