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Storychannel: Story 265



Die Tasche der Zukunft


DIGITAL – Institute for Information and Communication Technologies
JOANNEUM RESEARCH
Forschungsgesellschaft mbH

Steyrergasse 17
8010 Graz
Tel: 0316 / 876-1166
robert.moestl@joanneum.at
http://www.joanneum.at/digital

Das Institut DIGITAL des Joanneum Research gehört zu den international führenden Forschungspartnern und Kompetenzträgern im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie. Die technologische und wissenschaftliche Basis des Instituts umfasst Web- und Internettechnologien, Signalverarbeitung in den Bereichen Bild, Video und Akustik sowie Fernerkundung, Kommunikations- und Navigationstechnologien. Diese Technologien werden auf der Basis solider Methoden zur Entwicklung von Hard- und Software und für anwendungsorientierte Lösungen umgesetzt. Know-how bei der Prototypen-Entwicklung, Projektmanagement und Beratung ergänzen die wissenschaftlichen Kompetenzen.

 
Millionen von Frauen rund um den Globus kennen die Situation: In den unendlichen Weiten der eigenen Handtasche ist just das Handy, die Geldbörse oder der Lippenstift der Wahl nicht zu finden.

Das Joanneum Research hat sich dieses Problems angenommen und eine innovative, smarte Lösung gefunden.

Sie ist ein eigener Kosmos, ein Notfallset und manchmal auch eine Art Wundertüte – die Handtasche. Über den eigentlichen Inhalt weiß oft nicht einmal ihre Besitzerin Bescheid und wer darin dringend ein bestimmtes Teil sucht, ist meist auf einer beinahe aussichtlosen Mission. Bis jetzt, denn in Zukunft soll das verzweifeltes Kramen in der Tasche, mit dem Frauen im Durchschnitt 76 Tage ihres Lebens verbringen, der Vergangenheit angehören.

Mit der Smart Bag, die vom Joanneum Resarch entwickelt wurde, kann Frau den gesamten Inhalt ihrer Tasche so zu sagen katalogisieren. „Jeder Gegenstand, sei es der Führerschein, die Kopfschmerztabletten, oder das Mobiltelefon wird in der Smart Bag mit einem RFID Tag versehen. Ein in der Tasche integriertes RFID-Lesegerät kann somit jederzeit den Inhalt scannen und das Inventar detailliert auflisten“, erklärt Robert Möstl vom Joanneum Research, der die Idee zur Smart Bag hatte. Besonders das direkt in der Handtasche integrierte Lesegerät der Grazer Firma Frosch Electronics ist dabei, laut Möstl, besonders interessant, da es kompakt genug ist, um in eine Handtasche integriert zu werden und außerdem über Bluetooth angesprochen werden kann.

Um den Inhalt einer Tasche konkret katalogisieren zu können, kommt bei der Smart Bag zusätzlich zum Leser und den Tags auch noch ein speziell entwickeltes App auf Android Basis zum Einsatz. Ein Smartphone auf dem die App installiert ist, kann somit mittels Bluetooth laufend mit der Tasche kommunizieren. Mit Hilfe der Applikation kann jedem Tag ein konkreter Gegenstand zugewiesen werden. Diese Zuweisung ermöglicht dann die Darstellung einer Stücklist mit dem gesamten Inhalt einer Tasche. „Dies ermöglicht etwa auch die Zusammenstellung einer idealen Konfiguration für jede Tasche. Der Besitzer kann festlegen, was unbedingt in die Tasche gehört und kann dann auf Knopfdruck feststellen, ob er oder sie auch wirklich alles dabei hat“, beschreibt Möstl die Vorteile des Systems.

Die Damenhandtasche ist aber natürlich nur ein mögliches Einsatzgebiet der Smart Bag. Denkbar wäre das System etwa auch für das Reisegepäck, die Laptoptasche oder für die Ausrüstung von Einsatzorganisationen. „Für nächstes Jahr sind etwa Gespräche mit der Bergrettung geplant, die den Smart Bag-Ansatz für ihre lebensrettenden Utensilien verwenden könnten“, erläutert Alexander Stocker, der an der Entwicklung der Smart Bag beteiligt war. In der nächsten Phase des Projekts sollen nun Verwertungspartner gesucht werden, die die smarte Lösung erfolgreich auf den Markt bringen.

Die technologische Basis für die Smart Bag und ihre unterschiedlichen Anwendungsmöglichkeiten ist also geschaffen und der Prototyp der innovativen Idee wurde vor Kurzem beim zweiten RFID Hotspot in Graz präsentiert. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde einmal mehr klar, dass man international gesehen im Bereich RFID an der Steiermark nicht vorbeikommt. So wurden etwa 50 Prozent der weltweit im Einsatz befindlichen Chips in der grünen Mark entwickelt.