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Flossenschonender Aufstieg

(c) ROKA
(c) ROKA 

  • Die ROKA GmbH von Ing. Anton und Theresia Fuchs betreibt fünf Kleinkraftwerke in der Steiermark, im Burgenland und in Ungarn. Der Firmenname ist die Kurzform von „Revitalisierung und Optimierung von Kraftanlagen“.
  • Der Fischlift wurde in zweijähriger Entwicklungszeit in Zusammenarbeit mit flusslauf e.U., dem Ingenieursbüro für Gewässerökologie und Wasserbau DDI Georg Seidl, entwickelt. Der Fischlift verfügt über jeweils einen getrennten Aufwanderungs- bzw. Abwanderungskorridor und hebt sich so von bisher am Markt befindlichen Fischliften, etwa in Form einer archimedischen Schnecke, ab.
  • Eine Anlage in Bad Blumau ist bereits in Betrieb. Für den Fischlift erhielt ROKA ein europäisches Patent.
  • Die Steirische Wirtschaftsförderung SFG unterstützt die ROKA GmbH in der Förderungsaktion Ideen!Reich.
  • Gründungsjahr: 2007
  • Mitarbeiteranzahl: 2
  • ROKA GmbH, Roseggergasse 12, A-8063 Eggersdorf bei Graz
  • E-Mail: kwka.fuchs@aon.at
 

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Wasserkraftwerke müssen teure und aufwendige Fischaufstiegshilfen haben. Ein heimisches Unternehmen macht mit seiner Idee diese Aufstiegshilfen für die Kraftwerksbetreiber billiger und für die Fische sicherer.

Die Steiermark ist ein Land der Wasserkraftwerke. Etwa 600 von ihnen versorgen mehr als eine halbe Million Haushalte mit Strom aus dieser erneuerbaren Energiequelle. Dafür muss ein Fluss aufgestaut werden. Ein unüberwindliches Hindernis für die Bewohner dieser Gewässer. Deshalb schreibt der Gesetzgeber Fischaufstiegshilfen vor. Im Prinzip sind das meist kleine Wasserbecken, die treppenförmig angelegt sind und es so den Fischen ermöglichen, von Becken zu Becken bergauf oder bergab zu steigen. Das Problem dabei: die Treppen dürfen nicht zu hoch sein, damit die Tiere bergauf schwimmen können. Deshalb brauchen diese Anlagen sehr viel Platz, etwa 1.500 Quadratmeter für ein kleines Kraftwerk. Das geht ins Geld, vor allem wenn aus topografischen Gründen wenig Platz vorhanden ist. Im Schnitt kostet so eine herkömmliche Aufstiegshilfe 400.000 Euro.

Klein, gut, günstig

Das neue System der ROKA GmbH macht jetzt Schluss mit großen und teuren Aufstiegshilfen. Zukünftig können die Flossenträger sich ganz bequem mit dem Lift hinauf- und hinunterfahren lassen. Dazu wandern die Fische über eine kurze Sequenz einer konventionellen Fischaufstiegshilfe zur Einschwimmöffnung des Liftes. Dieser Lift besteht im Prinzip aus einem Schacht, in dem ein Transportbehälter auf dem Wasser im Schacht schwimmt. Durch einen Wasserstrom von oben werden die Fische am unteren Ende des Schachtes in den Transportbehälter gelockt. Der sich verjüngende Einstieg in Reusenform verhindert, dass sie wieder aus dem Transporter schwimmen. Nach einer bestimmten Zeit wird der Einstieg unten dicht gemacht und Wasser in den Schacht geleitet. So steigt der Wasserspiegel im Schacht und nimmt die Transportbox mit nach oben. Dort angekommen, können die Fische einfach aus der Box in die Freiheit schwimmen, und neue Passagiere werden aufgenommen. Der Verschluss unten am Schacht wird wieder geöffnet, und das Wasser von oben drückt die Transportbox wieder nach unten. Eine weltneue Besonderheit des Systems liegt in eigenen Fraßschutzzonen, in denen kleine Fische vor großen Raubfischen Schutz finden. Das Resultat: zufriedene Fische und Kraftwerks-Betreiber. Der ROKA-Lift kostet nur etwa die Hälfte einer herkömmlichen Aufstiegshilfe.




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