Steirische Wirtschaftsförderungsgesellschaft SFG - Home

Finalisten 2016

Die letzten Drei in jeder Kategorie


Kleinstunternehmen


EKG wird zum Universal-Diagnosegerät
In der Medizin ist das EKG (Elektrokardiogramm) seit mehr als 100 Jahren eine wichtige Diagnosemethode: Es untersucht die elektrische Aktivität des Herzens, sagt aber nichts über die Hauptfunktion des Herzens aus, nämlich die Pumpkraft zur Versorgung aller Organe mit Blut, Sauerstoff und Nährstoffen. Dem Grazer Mediziner Falko Skrabal ist es nun weltweit erstmals gelungen, durch Integration von neuen physikalischen Verfahren wesentlich mehr Aufschlüsse über den Gesundheitszustand eines Patienten zu gewinnen: Mit dem „Combyn-ECG“ werden nun in einer EKG-Untersuchung zeitgleich auch eine mögliche Herzschwäche, der Zustand der Hauptschlagader, eine Körperwasseranalyse oder ein Muskelschwund diagnostiziert.
Falko Skrabal e.U., 8043 Graz, Mariatrosterstraße 67
www.ac-tc.at


Hightech schweißt zusammen
Manche Metalle ließen sich bisher kaum oder nur mit extrem hohem Aufwand verbinden,
beispielsweise Stahl mit Aluminium oder Stahl mit Kupfer. Gerade in der Industrie sind solche Materialkombinationen aber sehr gefragt, beispielsweise im Flugzeug- oder Automobilbau. Was diese Materialen zukünftig im Innersten zusammenhalten wird, ist ein innovatives Schweißverfahren namens Rührreibschweißen. Die Firma Stirtec aus Premstätten hat nun ein Produkt entwickelt, mit dem sich auch Stahl mit Stahl und anderen Metallen in sehr hoher und gleichbleibender Qualität verbinden lässt. Außerdem lässt sich der „Superschweißer“ einfach in den Produktionsprozess integrieren und ist gleichzeitig kostensparend, materialschonend und umweltfreundlich.
Stirtec GmbH, 8141 Premstätten, Industriestraße 41
www.stirtec.at

Der digitale Maßanzug für Häuser
Die meisten großen Wohnanlagen in Europa stammen aus den 1960er- und 1970er Jahren und sind thermisch nicht mehr up to date, laufende thermische Sanierungen der Fassaden sind unumgänglich. Weil Maurerarbeiten auf Gerüsten langwierig und für die Bewohner oft unzumutbar sind, hat die Grazer Firma wInterface nun eine intelligente Fertigfassade entwickelt: Das zu sanierende Gebäude wird digital erfasst, mit eigener Software werden maßgenaue Dämmplatten auf Passivhaus-Niveau geplant und gefertigt und vor Ort binnen weniger Stunden an die Fassade geschraubt. Ohne Lärm, ohne Verschnitt, ohne Staub, dafür mit integrierten Sensoren, die die Fassadenqualität laufend überwachen.
wInterface GmbH, 8044 Graz, Mariatrosterstraße 158
www.winterface.at



Kleinunternehmen



500.000 Sensoren für denkende Maschinen
Digitalisierung, Industrie 4.0, Smart Production – viele Schlagworte für ein aktuelles Thema: Auch Maschinen sollen verstanden werden, auch ein Fließband soll sagen können, wie es ihm geht. Das Internet der Dinge ist ein Internet der erweiterten Wahrnehmung: Man kann online sehen, ob ein Gerät läuft, ob ihm zu heiß ist, ob es Öl braucht oder vielleicht eine neue Schraube.
Die Grazer Firma Axtesys hat dafür eine Software entwickelt, die Daten von 500.000 (!) Sensoren in Echtzeit, also ohne Zeitverzögerung, überwacht und intelligent komprimiert überträgt. Benutzerfreundlich zeigt die Software in der Zentrale an, ob Wartung oder Instandhaltung anstehen. So kann die Produktionsleitung sofort darauf reagieren.
Axtesys OG, 8010 Graz, Albrechtgasse 9
www.axtesys.at


Durchflusschemie revolutioniert Pillenproduktion
In der chemischen und der Pharma-Industrie spielt das Zusammenführen verschiedener (Fest)Stoffe eine wesentliche Rolle. Bisher wurden diese Mischungen in Einmal-Prozessen in Großkesseln hergestellt, gelagert und nach Bedarf verarbeitet. Die südsteirische Firma Microinnova hat diese Prozesse nun mit Durchflussapparaten neu gestaltet: Die benötigten Stoffe werden laufend in Mikroanlagen hergestellt. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch Material und verkürzt die Reaktionszeit von Chemikalien um bis zu 700 (!) Prozent. Microinnova tritt in dieser Nische als Gesamtanbieter von der Evaluierung bestehender Chemiefabriken bis zum Neubau von Durchflussanlagen auf und ist hier weltweit gefragt.
Microinnova Engineering GmbH, 8412 Allerheiligen bei Wildon, Europapark 1
www.microinnova.com


Die interaktive Oberfläche für weitreichende Therapie
Kinder und Erwachsene sind nach einem Schlaganfall oftmals stark beeinträchtigt und stehen vor einem schwierigen Lebensabschnitt, der die einfachsten alltäglichen Aufgaben plötzlich zu Herausforderungen macht.
Mit Myro ist es gelungen, ein weltweit neuartiges Therapiegerät zu entwickeln, das die aufgabenorientierte Rehabilitation mit realen Objekten unterstützt. Alltägliche Bewegungen werden verbessert indem man schrittweise die motorischen Fähigkeiten der Patienten trainiert um möglichst schnell wieder den gewohnten Ablauf zu konditionieren. Das Sensor-gestützte System bietet außerdem eine Vielzahl an neuro-kognitiven Modulen, die einzeln oder im Multiplayer-Modus absolviert werden können. Das System zeichnet den Fortschritt auf und gibt Feedback um die Therapie laufend anzupassen. Myro schafft also die Rahmenbedingungen für eine motivierende Therapie bei der sich der Erfolg von selbst ergibt!
Tyromotion GmbH, 8020 Graz, Bahnhofgürtel 59
www.tyromotion.com



Mittlere Unternehmen



Die elektronische Schenkungssteuer(ung)
In Unternehmen ist das Thema Geschenke für Geschäftspartner, aber auch Geschenke für Mitarbeiter stets ein heikles Thema – ist es doch steuerlich relevant und ein ständiger Balanceakt zwischen Geste, Geschäftsanbahnung und „Anfütterung“. Für namhafte deutsche Kunden hat die Grazer Firma DCCS nun eine Software entwickelt, die alle Aspekte von Kunden- und Mitarbeitergeschenken erfasst und regelt. „Citax“, eine Software auf der weit verbreiteten SAP-Basis, kennt alle Arten von Sachzuwendungen, ermöglicht deren punktgenaue Erfassung und betriebsinterne Genehmigung, bildet alle bereits gemachten Geschenke ab und verbucht sie automatisch in die Finanzbuchhaltung und Entgeltabrechnung.
DCCS GmbH, 8041 Graz, Sternäckerweg 44
www.dccs.at


Alubohrer macht Marcel Hirscher Beine
Wir kennen sie alle aus dem Fernsehen – die Kippstangen, die sich Marcel Hirscher & Co. bei Schiweltcuprennen in den Weg stellen. Diese beweglichen Stangen werden in die Pisten gebohrt und müssen oft rasch – beispielsweise zwischen zwei Slalom-Durchgängen – umgesetzt werden. Dank einer weststeirischen Idee werden dabei nun neue Bestzeiten erzielt: Die Techniker der weststeirischen Firma FISCH-Tools haben einen Eisbohrer aus Aluminum entwickelt, der auf Kälte, Einhandbetrieb und steiles Gelände spezialisiert ist. Er wiegt nur 500 Gramm und ist durch die auswechselbare Wendeplattentechnologie effizienter als die herkömmlichen Stahlbohrer mit bis zu 3 kg Gewicht.
FISCH-Tools – Johann Eberhard GmbH, 8503 St. Josef Johann Eberhard-Platz 1
www.fisch-tools.com


Smartphone-User optimieren den Verkehr
Unsere Ballungszentren wachsen, und damit auch der Verkehr. Weil jedoch die Verkehrsflächen begrenzt sind, kommt der optimalen Verkehrsabwicklung immer größere Bedeutung zu. Viele Städte setzen auf intelligente Verkehrssteuerungssysteme, die Ampeln regeln oder potenzielle Staustellen überwachen. Das Zivilingenieurbüro IKK hat eine Online-Plattform für das Qualitäts- und Störfallmanagement entwickelt, die in Graz bereits in Betrieb ist. „TrafficCheck“ setzt auf die Verkehrsteilnehmer selbst: Mittels einfacher Eingabemaske am Smartphone können Fuß-, Rad-, Auto- und Öffi-Nutzer beispielsweise Störfälle, (zu) lange Ampelintervalle oder Wartezeiten im öffentlichen Verkehr melden.
IKK ZT-GmbH, 8044 Graz, Mariatrosterstraße 158
www.ikk.at




Großunternehmen



Hochfrequenz-Leiterplatten für selbstfahrende Autos
Leiterplatten sind Verbindungsplattformen für elektronische und mechanische Bauteile und heute aus keinem technischen Gerät mehr wegzudenken: Smartphones, Notebooks, Autos, Industrieanlagen – sie alle beinhalten Leiterplatten, die immer mehr Funktionen bei immer kleinerer Bauweise in sich vereinen. Diese übernehmen immer mehr Funktionen wie beispielsweise die von Antennen und Filtern. Große, komplexe Datenmengen werden dabei in Sekundenbruchteilen übertragen und stellen die Basis für die Elektronik in selbstfahrenden Autos dar. Das High-Tech-Unternehmen AT&S mit Sitz in Leoben ist in diesem Bereich weltweit führend und hat erstmals Leiterplatten entwickelt, die im Frequenzbereich von 77 GHz die erforderliche Performance für die Automobilindustrie liefern.
AT&S Austria Technologie und Systemtechnik AG, 8700 Leoben, Fabriksgasse 13
www.ats.net


Mini-Abgaslabor für Messungen im Fahrzeug
Weil heute weltweit immer mehr Fahrzeuge unterwegs sind, gewinnt die Reduktion schädlicher Abgase immer mehr an Bedeutung. Bislang erfolgten die Abgastests von Motoren stationär im Labor. 2015 hat die EU beschlossen, dass diese Emissionen künftig unter realen Fahrbedingungen zu messen sind. Für die Fahrzeugindustrie bedeutet das, dass kleine, mobile, leicht einzubauende, wasserdichte Messgeräte benötigt werden, die Temperaturschwankungen, Stoß- und Beschleunigungskräften gewachsen sind. Mit M.O.V.E. iS setzt die Grazer Firma AVL nun weltweit die Standards. Binnen kürzester Zeit ist es gelungen, ein Minimesslabor für Abgase zu entwickeln, das mit zwei Batterien auskommt und verlässliche Abgaswerte während der Fahrt liefert.
AVL List GmbH, 8020 Graz, Hans List Platz 1
www.avl.com


Dieser Plasmagenerator bleibt cool
Kaltes Umgebungsdruck-Plasma ist in der Industrie gefragt und dient dazu, Oberflächen von Materialien ohne Beschädigung zu verändern, z. B. zur Reinigung von Gefäßen in der Lebensmittelindustrie, zur Desinfektion von menschlichen Wunden oder sogar zur Verminderung der Geruchsbelästigung z.B. durch Schweine. EPCOS aus Deutschlandsberg ist in dieser Technologie führend und hat mit CeraPlas einen kompakten piezoelektrischen Vielschicht-Transformator entwickelt, der aus einer Eingangsspannung von wenigen Volt eine Ausgangsspannung von mehreren 1000 Volt generiert und damit die umgebende Luft in Plasma verwandelt. CeraPlas ist dabei handlich, leicht zu verwenden, effizient und trotz punktueller Hochspannung 100 % anwendungssicher.
EPCOS OHG, 8530 Deutschlandsberg, Siemensstraße 43
www.epcos.com





Institutionen und Forschungseinrichtungen


Knochen während der Operation drucken
Bei Verletzungen oder zur Entfernung von Tumoren im Kopf ist es medizinisch notwendig, die Schädeldecke zu öffnen. Nach der Operation werden mit den CT-Daten des Patienten Implantate passgenau aus Kunststoff gefräst und in einer zweiten Operation eingesetzt. In einem Kooperationsprojekt haben nun Wissenschafter der Med Uni Graz, der Montanuniversität Leoben und Ingenieure der Obdacher Firma HAGE ein Verfahren entwickelt, bei dem das Implantat auf einem 3D-Drucker „ausgedruckt“ wird – und zwar während (!) der Operation. Möglich wird das durch einen superschnellen 3D-Drucker und neue Kunststoffe. Die Methode erspart dem Patienten eine Zweit-OP und dem Gesundheitssystem eine Menge Geld.
Medizinische Universität Graz – Forschungseinrichtung für Experimentelle Neurotraumatologie, 8036 Graz, Auenbruggerplatz 2/2
www.medunigraz.at


40 Millionen Partikel unter der Lupe
Partikel sind Kleinstteilchen verschiedener Stoffe, die sich zwar miteinander mischen, aber nicht verbinden – beispielsweise Eigelb und Öl in der Majonäse. In der Industrie kommen solche partikelbasierte Verfahren in 80 % aller chemischen Prozesse vor. Wie sich die einzelnen Stoffe miteinander verhalten oder welche Mischverhältnisse optimal sind, wird heutzutage am Computer simuliert. Das Grazer Kompetenzzentrum RCPE hat nun eine Simulationsmethode entwickelt, in der bis zu 40 Millionen Feststoffpartikel in ihrem Verhalten untersucht werden können – egal, ob sie rund, eckig, unförmig oder überzogen sind. Einen Riesenschritt für die Industrie, die sich dadurch viel Geld in der Entwicklung spart.
Research Center Pharmaceutical Engineering GmbH, 8010 Graz, Inffeldgasse 13
www.rcpe.at


Co-Simulation für Fahrzeuge spart Entwicklungszeit und -geld
Ein Fahrzeug besteht aus rund 30.000 Einzelteilen. Bei der Neuentwicklung eines Autos arbeiten Experten an der Optimierung jedes einzelnen Bauteiles. Ob die jeweils beste Lösung aber auch im Verbund mit den anderen 29.999 funktioniert, konnte bislang meist nur am Prüfstand oder am Prototypen festgestellt werden. Das Kompetenzzentrum Virtual Vehicle hat gemeinsam mit AVL List nun ein Co-Simulationsprogramm namens ICOS entwickelt, bei dem Fahrzeugkomponenten im Verbund miteinander getestet werden können. Ein nahtloser Übergang vom virtuellen zum realen Gesamtsystem wird dadurch möglich. Das spart Entwicklungszeit und -geld. Die intelligente Kombination aus Hard- und Software hat bereits das Interesse von VW, Porsche oder Bosch geweckt.
Virtual Vehicle Research Center, 8010 Graz, Inffeldgasse 21a
www.v2c2.at




«  August 2016  »
MoDiMiDoFrSaSo
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
293031