Welche Weiterbildung wünschen sich die steirischen Unternehmen?
von Michael Kerschbaumer
Studiendesign:
Diese im Auftrag der SFG in Kooperation mit der ECO WORLD STYRIA und der Holzcluster Steiermark GmbH von der UNI for Life GmbH und dem Institut für Relationship Marketing (IRM) durchgeführte Studie setzte sich aus drei Teilen zusammen.
- Teil Eins war die Unternehmensanalyse in den Stärkefeldern, wobei diese gesplittet wurde in persönliche Interviews (100% Teilnahmequote) und einer Onlinebefragung, die im Stärkefeld Energie- und Umwelttechnik eine Rücklaufquote von 30,11 % und im Stärkefeld Holz/Papier/Holzbau eine Rücklaufquote von 24,25 % einfahren konnte.
- Teil Zwei bestand aus persönlichen Interviews mit ExpertInnen aus den beiden Stärkefeldern sowie mit Wirtschafts- und WeiterbildungsexpertInnen. 100% der angefragten ExpertInnen erklärten sich bereit, Ihr Wissen mit der SFG zu teilen.
- Im dritten Teil der Studie wurden die steirischen WeiterbildungsanbieterInnen mittels Online-Fragebogen um Ihre Meinung gebeten. Hier wurde eine Teilnahmequote von 15,89% erreicht.
Was die UnternehmerInnen wirklich an Weiterbildung brauchen, dieser Frage ging die SFG in ihrer Qualifizierungsbedarfserhebung in den Unternehmen der Stärkefelder Holz/Papier/Holzbau sowie Energie- und Umwelttechnik nach.
Von den MitarbeiterInnen wird auf allen Ebenen, von der Produktion bis zur strategischen Unternehmensführung, immer mehr verlangt werden, obsoletes Wissen gibt es hingegen kaum. Und dieses Mehr kann nur durch gezielte innerbetriebliche Ausbildungsmaßnahmen und in Kooperation mit professionellen Weiterbildungsanbietern erworben werden. Diese Erkenntnis ist eine der zentralen Aussagen, die Studienleiter Dr. Thomas Angerer vom IRM bei der Präsentation der Studienergebnisse in den Räumen der SFG hervorhob.
Für TechnikerInnen beispielsweise sind es betriebswirtschaftliche Inhalte und die so genannten Soft Skills, also persönliche Fähigkeiten, die als besonders wichtig und notwendig erachtet werden. An dritter Stelle kommen spezifische technische Inhalte, welche die Unternehmen gerne am Weiterbildungsmarkt nachfragen würden. Aber genau hier klafft die Schere zwischen Angebot und Nachfrage stark auseinander. Spezielle technische Schulungsangebote für MitarbeiterInnen der steirischen Unternehmen aus den untersuchten Stärkefeldern muss man mit der Lupe suchen. Aber auch betriebswirtschaftliche und persönlichkeitsbildende Schulungsangebote, die speziell auf die Bedürfnisse der Stärkefelder ausgerichtet sind, haben unsere steirischen Weiterbildungsanbieter nicht explizit in ihrem Angebotsportfolio.
Erfreuliche Ergebnisse liefert die Studie im Bereich des Weiterbildungskonsums. So geben im Stärkefeld Holz nur 5,4 % der befragten Unternehmen an, sich und ihren MitarbeiterInnen gar keine Weiterbildung zu gönnen, im Stärkefeld Energie- und Umwelttechnik sind es gar nur 1,4 %. Die Mehrheit der UnternehmerInnen (66,2% im Stärkefeld Energie- und Umwelttechnik und 41% im Stärkefeld Holz) investieren in 2 bis 5 Weiterbildungstage pro MitarbeiterIn und Jahr.
Auch auf die Frage, ob sich Weiterbildung für die Unternehmen auszahlt, gibt die Studie eine eindeutige Antwort. „Die Korrelation zwischen unternehmerischem Ausbildungskonsum und wirtschaftlichem Erfolg des Unternehmens ist eindeutig positiv“ erklärt Angerer, „das bedeutet, die Unternehmen die sich und ihren MitarbeiterInnen Weiterbildungen zugute kommen lassen, stehen wirtschaftlich signifikant besser als die, die das nicht tun“.
Angeregt durch diese Ergebnisse, planen nun die ECO WORLD STYRIA sowie die Holzcluster Steiermark GmbH im Bereich Weiterbildung für ihre Mitgliedsbetriebe stärker aktiv zu werden. „Weiterbildung ist einer der wichtigsten Faktoren für eine positive Stärkefeldentwicklung“, sind sich die Clustergeschäftsführer Bernhard Puttinger (ECO WORLD) und Joachim Reitbauer (Holzcluster) einig, „und die Studienergebnisse liefern hier wichtige Anhaltspunkte für unsere Arbeit in dem Bereich“.
Möchten Sie mehr zur Qualifizierungsbedarfserhebung in den steirischen Stärkefeldern Holz/Papier Holzbau so wie Energie- und Umwelttechnik erfahren, dann schreiben Sie dem Autor dieses Artikels.










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