 |
Mag. Dr. Diego Freydl ist
Produktverantwortlicher des
Bereiches Umwelttechnik im
Unternehmen Binder+Co AG. |
Die Geburtsstunde schlug dem steirischen Traditionsunternehmen im Jahre 1894, als es vom Schlossermeister Ludwig Binder in Graz-Eggenberg als kleine Bau- und Kunst-schlosserei gegründet wurde. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg beschäftigte Binder mehr als 40 Mitarbeiter.
Heute ist Binder+Co, nunmehr zu 100% im Besitz der Waagner-Biró AG, der weltweite Technologieführer im Bereich Glasrecycling und mit dem Spitzenprodukt BIVITEC auch Marktführer im Bereich der Absiebung von schwer siebbaren Materialien. Die Kern-produkte werden durch Produkte der Trocknungstechnik und der Hochleistungs-verpackungstechnik ergänzt.

Grazer Straße 19-25
8200 Gleisdorf
Tel.: +43 (0) 3112/800-0
Fax: DW 300
E-mail: office@binder-co.at
http://www.binder-co.com/
Diego Freydl hat vor kurzem ein Pilotprojekt zum Thema Wissensmanagement gestartet. In einem Interview berichtet er von den wichtigsten Aspekten des Projektes.
Was war der Auslöser für dieses Projekt?
Auslöser für das Projekt bei der Binder+Co AG war ein Strategieworkshop. An dieser Veran-staltung haben der Vorstand und das er-weiterte Führungsteam des Unternehmens teilgenommen. In der Organisation wurden eine Reihe von Wissensträgern identifiziert. Daneben war klar, dass es verschiedene Werkzeuge und organisatorische Massnahmen gab, welche unter den Titel Wissensmanage-ment fallen, aber in unserem Unternehmen noch nicht als solche kategorisiert waren.
Der Bedarf an einer klaren Strategie zur "Ver-
waltung des in der Organisation vorhandenen
Wissens" wurde zum Auslöser für das Projekt.
Was sind die Ziele des Projektes?
Als Maschinen- und Anlagenbauunternehmen sind wir immer mit der Herausforderung kon-frontiert, punktuell vorhandenes Wissen, hohe fachliche Kompetenz und Erfahrung auf eine möglichst breite Basis zu stellen. Nur so ist ge-währleistet, dass alle an einem Projekt betei-ligten Stellen über eine nachvollziehbare Wissens- und Informationsbasis verfügen. Darüber hinaus ist es essentiell, dass Erfahrungen aus Projekten für Verbesserungen und zukünftige Fehlervermeidung dokumentiert, verwaltet und zugänglich gemacht werden. Letztlich sollte
auch eine Möglichkeit zur Vergleichbarkeit und zum Benchmarking mit anderen Unternehmen geschaffen werden.
Welchen Ansatz haben Sie gewählt (Problembezogen, Projektbezogen, etc.)?
Wir haben es uns zum Ziel gemacht, einen ganzheitlichen, organisationsorientierten Ansatz zu wählen. Insbesondere ist hier festzuhalten, dass IT - Lösungen eine untergeordnete Rolle spielten. Diese sollten vielmehr als mögliche ergänzende Werkzeuge zur Strategieumsetzung verstanden werden. Mit einem externen Partner wurden zunächst in einer Bestandsaufnahme (Interviews und Fragebogenaktion mit ausgewählten Mitarbeitern) Bedarfs- und Problembe-reiche identifiziert. Danach wurde ein Projektteam aus MitarbeiterInnen zusammengestellt und ein Pilotprojekt mit dem Titel "Wissenstransfer in Projekten" in Angriff genommen.
Was sind die wichtigsten Eckpfeiler in der Vorbereitungsphase, die man bedenken muss?
- Klare Zielformulierung
- Sicherungstellung, dass die Unternehmensleitung das Thema und das Projekt mitträgt und aktiv unterstützt
- Schulung aller Beteiligten, d.h. nicht nur des Projektteams, sondern insbesondere auch des Managements und der diversen Führungskräfte, deren Abteilungen möglicherweise von dem (Pilot-)Projekt betroffen sind
- offene, transparente Information zum Thema
Möchten Sie uns aus Ihrer Erfahrung heraus noch Tipps und Tricks für den Projektstart geben?
Es ist wesentlich, dass man sich nicht zu viel vornimmt. Die Einführung eines nachhaltigen Wissensmanagements ist eine "Politik der kleinen Schritte". Die meisten Unternehmen haben bereits mehr zum Thema Wissensmanagement getan als ihnen eigentlich bewußt ist. Es lohnt sich, wenn man sich zunächst seine Stärken vergegenwärtigt, denn das macht die Identifikation der Organisation mit so einem Projekt leichter.