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09. Juni 2010

Studieren fürs Unternehmertum


 

Im Rahmen der Global University Entrepreneurial Spirit Student’s Survey (GUESSS) wurden 2008 bis 2009 wieder Gründungsabsichten und –aktivitäten von Studierenden erhoben. An der anonymen Online-Erhebung beteiligten sich unter anderem 5.818 Studierende von 18 österreichischen Hochschulen.

Bei der Frage nach den beruflichen Zukunftsplänen der Studierenden nach dem Studienabschluss (0 < 5 Jahre) bzw. nach mehr als fünf Jahren Berufserfahrung sind erwartungsgemäß deutliche Unterschiede zu erkennen.

Eine selbstständige Tätigkeit kommt, für die Zeit nach ihrem Studienabschluss, „nur“ für rund 17 % der Studierenden in Frage. Es zeigt sich aber, dass mit Zunahme der Praxis- und Berufserfahrung eine deutliche Intensivierung des Wunsches nach einer selbstständigen Tätigkeit. Mehr als 40 % der Studierenden streben eine Unternehmensgründung an.

Nur etwa ein Viertel aller antwortenden Studierenden hat sich bisher überhaupt noch nicht mit der Frage der Gründung eines eigenen Unternehmens befasst. Als Gründungsinteressierte i.w.S. können knapp zwei Drittel eingestuft werden. 9 % sind konkrete Gründungsplaner, und 4,5 % verfügen bereits über Erfahrung als UnternehmerIn. Tendenziell nehmen Gründungsneigung bzw. –aktivitäten im Zuge des Studiums – insbesondere im Doktoratsstudizum – zu.

Bei der geschlechtsspezifischen Unterteilung zeigen sich erhebliche Unterschiede. Auffallend mehr männliche Studierende als weibliche Studierende ziehen eine Unternehmensgründung in Erwägung bzw. setzen diese auch um. Nur geringe Unterschiede zeigen sich, wenn es darum geht, sich generell erste Gedanken über die Gründung eines eigenen Unternehmens zu machen.

Werden die Studierenden nach der Branche, in welcher sie tätig werden möchten, gefragt, antwortet der Großteil mit dem dritten Sektor. 82,5 % möchten im Handel- und Dienstleistungsbereich mit ihrem Unternehmen Fuß fassen, gefolgt von der Produktion mit 14 %.

In ihrer Eigeneinschätzung stufen fast zwei Drittel ihre, als Grundlage der Gründungsüberlegungen dienende, Geschäftsidee als innovativ ein, etwa ein Drittel greift auf ein traditionelles, bewährtes Konzept zurück. Männliche Studierende schätzen den Innovationsgrad ihres Vorhabens deutlich besser ein als weibliche Studierende. Drei von vier der als weltweit neu eingeschätzten Vorhaben bzw. 60 % der als für das Heimatland neuen Tätigkeiten entfallen auf männliche Gründer.

Im Jahre ihrer Gründung sind die meisten (67 %) der studentischen Unternehmen Ein-Personen-Unternehmen. Jedoch nimmt im Zeitablauf die Zahl der Unternehmensangehörigen zu. Sind es im dritten Geschäftsjahr schon durchschnittlich 3,8 Mitarbeiter die in den Unternehmen beschäftigt sind.

Fazit: Die Ergebnisse von GUESS 2009 sowie weiterer aktueller Studien – insbesondere der Europäischen Kommission zum Themenbereich Entrepreneurship Education – belegen ein hohes Gründungsinteresse und –potenzial von Studierenden an österreichischen Hochschulen.

Quelle:
GUESSS - Global University Entrepreneurial Spirit Students‘ Survey
http://www.guesssurvey.org/projekt_wasist.html



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