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20. Mai 2010

Steirischer Architekturexport als Wirtschaftsfaktor

v.l.n.r.: SFG Geschäftsführer Burghard Kaltenbeck, Landesrat Christian Buchmann, CIS Geschäftsführer Eberhard Schrempf
v.l.n.r.: SFG Geschäftsführer Burghard Kaltenbeck, Landesrat Christian Buchmann, CIS Geschäftsführer Eberhard Schrempf 

Den meisten steirischen Architekten fehlen die Voraussetzungen, um im Ausland erfolgreich
tätig sein zu können. Das geht aus einem Branchenscreening hervor, das im
Zuge der Weiterentwicklung der heimischen Architekturszene auf Initiative von LR Dr.
Christian Buchmann durchgeführt wurde. Die strukturellen Defizite zu beheben und
Architektur aus der Steiermark als Marke aufzubauen, benötigt viele einzelne Maßnahmen,
die nun im Zuge der Initiative „Architekturexport“ in einem Maßnahmenkatalog
zusammengefasst wurden. Die Umsetzung soll der heimischen Architekturszene
rund 18 Mill. Euro an zusätzlichem Umsatz bringen.

Die steirischen Betriebe von IngenieurkonsulentInnen (IK) und ArchitektInnen erwirtschafteten
2008 knapp 500 Millionen Euro. „Der Exportanteil für Dienstleistungen bei ArchitektInnen
liegt bei rund 3,5% in Europa. Wären die steirischen ArchitektInnen besser für die globalen
Märkte gerüstet, könnte das der Branche rund 18 Millionen Euro Umsatz bringen“, begründet
Wirtschafts- und Innovationslandesrat Dr. Christian Buchmann den Start der Initiative
„Architekturexport“. In seinem Auftrag widmet sich die CIS, als Netzwerk der Creative Industries
in der Steiermark, in Abstimmung mit dem ICS (Internationalisierungscenter Steiermark)
und in Zusammenarbeit mit dem HDA (Haus der Architektur), der ZV (Zentralvereinigung
der Architekten Sektion Steiermark) und der Ziviltechnikerkammer (Kammer der Architekten
und Ingenieurkonsulenten Steiermark) dem Thema Architekturexport.

Aus und mit der steirischen ArchitektInnenszene wurde ein Konzept und ein Maßnahmenkatalog
entwickelt, wie steirische Architektur im Ausland besser (re-)präsentiert und im Inland
besser reflektiert werden könnte. Dabei spielen Fragen eine Rolle, etwa welche Tools, Services
und Förderungen notwendig sind, um ArchitektInnen bei ihren Projekten im Ausland rechtlich, finanziell, administrativ sowie in der Vermarktung zu unterstützen und damit die Chancen für wirtschaftliche Erfolge zu erhöhen.

„Darüber hinaus entwickelt die Steirische Wirtschaftsförderungsgesellschaft SFG ein
Förderungskonzept, das die Unterstützung von Wettbewerben, Weiterbildungsmaßnahmen
oder auch von Reisekosten beinhaltet“, so SFG-Geschäftsführer Burghard Kaltenbeck. Bisherige
Erhebungen haben ergeben, dass auf sehr vielen Ebenen Defizite bestehen. „In der
Steiermark sind, nicht zuletzt bedingt durch die Architekturfakultät an der TU Graz, unverhältnismäßig
viele ArchitektInnen ansässig. Hier muss bald etwas unternommen werden,
um sie fit für internationale Märkte zu machen“, betont Gerald Fuxjäger, Präsident der Ziviltechnikerkammer.

Dazu kommt, dass sich Dienstleistungsumsätze im Ausland für die aktiven
Exportländer in der Regel mit dem Faktor 10 bis 20 multiplizieren – also 10 Millionen Euro
Planungsumsatz ziehen weitere 100 – 200 Millionen Euro Exportleistungen aus dem jeweiligen
Exportland nach sich.

Um die steirische Architektur als Exportartikel nachhaltig positionieren zu können, wurde ein
Projekt in Modulen konstruiert mit dem langfristigen Ziel, diese zu einer Marke aufzubauen,
die bestimmte Qualitäten assoziiert. Ziel ist es, den ArchitektInnen aus der Steiermark eine
internationale Beachtung und Vernetzung zu verschaffen, unterstützt durch das Wirtschaftsressort
des Landes Steiermark. „Schließlich ist die Internationalisierung für Unternehmen in
einer globalisierten Welt heute selbstverständlich, denn innovative Produkte überzeugen
Kunden in aller Welt. Europäisches Know-how und Wissen werden als qualitativ hochwertige
Dienstleistungen von internationalen Kunden zunehmend nachgefragt“, betont CIS Geschäftsführer
Eberhard Schrempf.



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