Steirischer Junior-Landeswettbewerb: Schule fürs Leben
1600 SchülerInnen wagen mit einer Juniorfirma das Abenteuer Selbstständigkeit und hinterlassen einen ökonomischen Fußabdruck.
Wirtschaftskapitän mit 17? Marketingchef noch vor der Matura? Finanzgeschäfte mit Klasse, und das alles von der Schulbank aus? Das ist eine beinharte Unternehmer-Schule, wie sie derzeit 1600 österreichische SchülerInnen durchlaufen. Denn im Zuge des europaweiten „Junior“-Programmes haben sich in diesem Jahr Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren aus 142 heimischen Schulen – davon 34 aus der Steiermark – in das Abenteuer Selbstständigkeit gewagt und eine Juniorfirma gegründet.
Spektrum der Geschäftsideen: von A wie Auftreten als mobiler Werbeträger mit Schärpe bis Z wie Zusammenstellen neuer Schoko-Kreationen. Spektrum der Aufgabengebiete: von A wie Aktienausgabe bis Z wie Zahlungsmodalitäten. Und manche Lehrer wären wohl froh, würden ihre Schützlinge auch sonst eine ähnliche Motivation, eine ähnliche Begeisterung an den Tag legen, wie etwa in dieser Woche in der steirischen Wirtschaftskammer, wo sie als Personal-, Finanz- oder Marketingchefs auftraten und um den Titel „Beste Juniorfirma“ ritterten. Vermarktungssprüche a la „Dieses i-cover sorgt dafür, dass Ihr Handy ein sorgen- und kratzfreies Leben führt“ zergehen da nur so auf der Marketing-Zunge.
In enger Abstimmung mit der Steirischen Wirtschaftsförderung SFG umgesetzt, kommen mit Junior die Schüler erstmals ernsthaft mit Wirtschaft und dem späteren Arbeitsleben in Verbindung. Viele denken erstmals über Selbstständigkeit als Lebensoption nach. So wie die Juniorunternehmer von „Metallix“ der HTL Zeltweg, die mit ihrem innovativen Kaffeekapselhalter nicht nur die erste Junior-Entscheidung für sich entscheiden konnten und auf Messen quer durch Europa vertreten waren: „Wir überlegen auch ernsthaft, aus der Junior- eine echte Firma zu gründen und sind mit Elektrohandelsketten in Verhandlung, dass sie unser Produkt ins Sortiment aufnehmen“, so der Metallix-Chef Christian Bucher selbstbewusst.
Wäre ja schade, würde man das Geld und die Erfahrung auf der Straße liegen lassen. Schließlich haben die Firmen auch den pädagogischen Effekt, dass viel Wissen aus verschiedensten Fächern – von Betriebswirtschaft bis Unternehmensrecht – mit eingebaut und vor allem angewandt werden kann. Und der wichtigste Effekt: Dass Schule Spaß macht.










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