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Der wichtigste Turbo für ForscherInnen heißt Freiheit

 

Ein Projekt der Steirischen Wirtschaftsförderung SFG setzte sich mit jenen Menschen und deren Rahmenbedingungen auseinander, die die Hauptrollen in innovativen Unternehmen und Einrichtungen spielen – mit ForscherInnen und EntwicklerInnen. Eine von vielen wichtigen Erkenntnissen daraus: ForscherInnen brauchen nichts so sehr wie Freiheit!

Die beiden Leitlinien Betriebliche Qualifizierung und Innovation sind sehr gründlich an die Sache herangegangen: Am Anfang des Vorhabens stand ein Workshop mit PersonalentwicklerInnen aus steirischen Unternehmen. Dabei wurde nach den Schlüsselfragen dieses Themas gesucht, die schließlich sowohl Führungskräften aus Großbetrieben und Kompetenzzentren weitergereicht worden sind. Aus deren Antworten entwickelte sich ein in mehrfacher Hinsicht aufschlussreiches Bild. Man fand wichtige Hinweise zu den optimalen Arbeitsbedingungen für menschliche Innovationskraftwerke und erkannte, dass auch das erweiterte Umfeld den Ansprüchen von Forscherpersönlichkeiten genügen muss und dass auch hervorragende Ausbildung in diesem dynamischen Tätigkeitsbereich zu wenig ist.

Forschergeist braucht, wie sich zeigte, vor allem eines - nämlich Freiheit! Die wird sowohl in innovativen Unternehmen als auch in den Kompetenzzentren reichlich geboten. Es gibt radikale Gleitzeitmodelle (deren Bandbreite rund um die Uhr reicht), flache Hierarchien, lockeren Bekleidungsstil und viel Bemühen um ein gutes Betriebsklima. Teamgeist ist angesagt. Und ein Kunstwerk: Es gilt die goldene Mitte zwischen der auch für Forschungsarbeit wichtigen Struktur und der stark gefragten Flexibilität zu finden.

Die Diagnose über die innovativen Köpfe, die vorwiegend von der Technischen Universität (TU) Graz, den Höheren Technischen Lehranstalten (HTL) bzw. den diversen Fachhochschulen kommen, hat Licht- und Schattenseiten. Fachlich sind sie alle, wie es heißt, durchwegs top, wenn es aber um Präsentation, Organisation, Zeitmanagement, Improvisationsgabe und andere Tugenden geht, die man gerne als Softskills bezeichnet, steigen sie deutlich weniger gut aus. Da erwarten sich die Arbeitgeber aus Unternehmen wie auch Kompetenzzentren in Zukunft einfach mehr an Ausbildung.

Kompetenzzentren sind – auch deshalb, weil es bei uns in manchen wichtigen Fachgebieten an Uni- und Hochschulabgängern mangelt – sehr stark auf die Rekrutierung  internationaler Fachleute angewiesen. Die sind allerdings oft deshalb  schwer für eine Übersiedlung in die Steiermark zu begeistern, weil ihre Familien hier zu wenig internationale Infrastruktur vorfinden. Ganz besonders fehlen Plätze für Kinder an internationalen Schulen.

Noch ein bemerkenswertes Detail der Studie: Das Thema MitarbeiterInnen-Fluktuation wird in Unternehmen und Kompetenzzentren sehr unterschiedlich bewertet. Während Betriebe alles tun, um die LeistungsträgerInnen im Bereich Forschung und Entwicklung langfristig zu binden, sieht man  das Kommen und Gehen in den Kompetenzzentren als wichtige Blutauffrischung. Muss man allerdings auch, denn viele junge MitarbeiterInnen verlassen diese Arbeitgeber nach wenigen Jahren in Richtung Industrie.

Insgesamt gibt es in der Steiermark gute Gründe, die Dinge der Forschung und Entwicklung zuversichtlich zu sehen, denn da ist man bekanntlich dem übrigen Österreich um mehr als nur eine Nasenlänge voraus. Aber es gilt, diesen Vorsprung auch in Zukunft zu halten. Und dafür hat man jedenfalls eine ganze Reihe wichtiger Hinweise gefunden.





  
Interview                
Leitfragen und die wichtigsten Ergebnisse        


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